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		<title>Sinziger Maler in Pécs: Biblische Motive auf himmelhohem Gerüst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Museum-Sinzig-Login]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Oct 2024 06:08:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verein 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie schafft es ein Künstler, eine riesige neuromanische Kirche komplett mit Wand- und Deckengemälden auszustatten - Langhaus, Chor, Seitenschiffe und Absiden, in bis zu 22 Metern Höhe? Diese gewaltige Aufgabe bewältigte in der Zeit von 1882 bis 1888 der Sinziger Maler Carl Christian Andreae im ungarischen Pécs - heutzutage hätte das sicherlich eine hohe mediale Aufmerksamkeit erregt.]]></description>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Sinziger Maler in Pécs: Biblische<br>Motive auf himmelhohem Gerüst</h1>				</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Vortrag beim Denkmalverein:<br>Rudolf Menacher würdigt großartige Arbeit von Carl Christian Andreae</h2>				</div>
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									<p>Wie schafft es ein Künstler, eine riesige neuromanische Kirche komplett mit Wand- und Deckengemälden auszustatten &#8211; Langhaus, Chor, Seitenschiffe und Absiden, in bis zu 22 Metern Höhe? Diese gewaltige Aufgabe bewältigte in der Zeit von 1882 bis 1888 der Sinziger Maler Carl Christian Andreae im ungarischen Pécs &#8211; heutzutage hätte das sicherlich eine hohe mediale Aufmerksamkeit erregt. Für einen spannenden Vortrag gibt der erstaunliche, rund 140 Jahre zurückliegende Vorgang aber immerhin noch genügend Stoff her.</p>								</div>
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									<p>Im Rahmen der Turmgespräche im Schloss des Fördervereins Denkmalpflege und Heimatmuseum in Sinzig präsentierte Rudolf Menacher, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Museum, die Arbeit Andreaes an Hand einer Fülle von Quellen, Querverweisen und Motivvorbildern. Ihn unterstützte seine Frau Agnes Menacher, Leiterin des Museums, indem sie Texte des Künstlers zum Geschehen vortrug. Basis dafür ist ein rund achteinhalb Jahre später vom Künstler gestaltetes Album, von dem das Museum eine Kopie besitzt. Das Original ist beim Einsturz des Kölner Archivs 2009 verloren gegangen. Andreae (1823 &#8211; 1904) war 1881 von Dresden nach Sinzig gezogen in die Villa Helenaberg, die seine Eltern bewohnt hatten. Er war der Schwager des Schlosserbauers Gustav Bunge und galt als bedeutender Vertreter der Düsseldorfer Malerschule. Das Sinziger Museum hat mehr als 600 Skizzen und Gemälde von ihm.</p>								</div>
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									<p>Eines machte Rudolf Menacher gleich zu Beginn klar: Carl-Christian Andreae allein konnte das gar nicht schaffen, auch nicht in fünf Sommern. Er hatte einen Helferstab, versierte Maler übertrugen seine Skizzen auf die passende Größe und brachten sie an Wand und Decke oder schufen auch ganze Figuren selbst. Es entstand eine gut funktionierende, höchst produktive Werkstatt vor Ort. Der Referent verriet auch das große Geheimnis der seinerzeit so populären Historienmalerei: Je weiter weg vom Betrachter, umso ungenauer durften die Bilder ausfallen. Deshalb sind die Malereien in den nicht so weit aufragenden Querschiffen sehr präzise, die Köpfe an der 22 Meter hohen Decke dagegen &#8222;großzügig&#8220; ausgeführt. Drei Meter hohe Darstellungen in entsprechender Breite, Jesus Christus, die Apostel, Engel und Heilige sowie Szenen aus der Bibel machten die Kirche in einer unglaublichen Fülle bunt. Die Kathedrale St. Peter und Paul in Pécs war ursprünglich ein romanischer Bau, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts klassizistisch umgestaltet wurde. Das wollte der Bischof mit der neuromanischen Ausgestaltung rückgängig machen.</p>								</div>
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									<p>Die vielen biblischen Motive an Wänden und Decken brauchten Figuren, und dafür brauchte Andreae Vorbilder. Rudolf Menacher ist zahlreichen Vorbildern auf die Spur gekommen, Darstellungen aus anderen Kirchen, auf Gemälden oder auch Modellen. In Rom, wo sich Andreae oft im Winter aufhielt, um nach Vorbildern und anderen Motiven zu suchen, war es üblich, gegen Honorar Modell zum stehen.Eine Fotografin aus Rom, die dem Künstler &#8222;Engelsköpfe&#8220; liefern sollte, setzte sich per Selfie in Szene. In Sinzig aber genierte man sich &#8230;.</p><p>Ein himmelhohes Gerüst, von Erdgeschoss bis unter die Decke, so beschreibt Andreae die Arbeitsbedingungen in der Kirche. &#8222;Da wurde es mir bänglich zumut&#8220;. Arbeiten in kreativer Ruhe gab es nicht, denn bis zu 500 Mann waren gleichzeitig am Werk, Schmied, Zimmermann und Steinmetz machten Lärm und alle sprachen, was Andreae sehr missfiel, reichlich dem Knoblauch zu. Zum Malen der &#8222;Heilandköpfe erbat sich Andreae deshalb die Erlaubnis, am &#8222;heiligen&#8220; Sonntag in der leeren Kirche zu arbeiten. Andreae war ein religiöser Mensch, dem eine angemessene Ausführung der Bilder sehr am Herzen lag.</p>								</div>
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									<p>Auch mit seinen Helfern hatte es der Maler nicht immer leicht. Der wichtigste Mitarbeiter stehe ihm beim Malen&#8220;famos zur Seite&#8220;, bringe ihn aber &#8222;persönlich fast zur Verzweiflung&#8220;. Einmal gab es auch Ärger mit dem Auftraggeber, dem Bischof von Pécs und dem Bau-Komitee. Andreae sollte, was ihm bis dato nicht bekannt war, 15 Prozent Gewinnsteuer abführen: 600 Gulden. Er protestierte vergeblich. &#8222;In Prozentrechnen war er offenbar schwach, ich habe es nachgerechnet, es waren nur 11,5 Prozent&#8220;, so Rudolf Menacher.</p><p>Die gefühlsbetonte Darstellung christlicher Frömmigkeit war typisch für ihre Zeit, unabhängig davon, wie man sie heute künstlerisch einschätzt &#8211; so Rudolf Menacher zum Schluss. Matthias Röcke, stellvertretender Vorsitzender des Denkmalvereins, dankte unter großem Beifall des sehr interessierten Publikums für die tief reichenden Einblicke in die Epoche und in eine Geschichte, die in Sinzig ihren Anfang nahm.</p>								</div>
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																		Bis ins kleine Detail erforschte Rudolf Menacher das bemerkenswerte Album von Carl Christian Andreae.								</div>
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																		Aus dem Bestand des Museums: Taufszene am Jordan die auch in der Kirche von Pécs Verwendung fand.								</div>
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									<p>Text: Matthias Röcke</p><p>Fotos: Matthias Röcke</p><p>© HeimatMuseum Schloss Sinzig &#8211; Oktober 2024</p>								</div>
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		<title>Fünf Sommer in Pécs &#8211; Sinziger Maler schuf ein gewaltiges Werk</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Museum-Sinzig-Login]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Sep 2024 07:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verein 2024]]></category>
		<category><![CDATA[Museum 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein spannendes Thema in engem Bezug zum 1855 erbauten Sinziger Schloss präsentiert der Förderverein Denkmalpflege und Heimatmuseum am Donnerstag, 10. Oktober um 19.00 Uhr vor Ort, nämlich im Vortragssaal des Schlosses. So kann sich das Publikum]]></description>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Fünf Sommer in Pécs -<br>Sinziger Maler schuf ein gewaltiges Werk</h1>				</div>
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									<p>Ein spannendes Thema in engem Bezug zum 1855 erbauten Sinziger Schloss präsentiert der Förderverein Denkmalpflege und Heimatmuseum am Donnerstag, 10. Oktober um 19.00 Uhr vor Ort, nämlich im Vortragssaal des Schlosses. So kann sich das Publikum für den Vortrag &#8222;Sinzig &#8211; Rom &#8211; Pécs Die Ausmalung der Kathedrale von Pécs / Ungarn durch den Sinziger Maler Carl Andreae&#8220; unmittelbare Inspiration holen, denn Andreae hat im Hause bis zum Jahr 1865 mehrere Wandgemälde geschaffen</p>								</div>
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									<p>Agnes und Rudolf Menacher geht es an diesem Abend aber um ein anderes Werk von Carl Andreae. Der Maler war schon sechzig, als er 1883 den Auftrag seines Lebens erhielt. Zwei Jahre zuvor hatte er seinen Wohnsitz von Dresden nach Sinzig in die Villa Helenaberg verlegt. Im ehemaligen Klosterhospital richtete er sich sein Atelier ein. Und nun sollte er Decke und Wände der Kathedrale von Pécs in Transdanubien (Ungarn) mit Wandgemälden ausmalen! Der Wiener Stararchitekt Friedrich Schmidt vermittelte ihm diesen Auftrag.</p>								</div>
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									<p>Entsprechend der neoromanischen Architektur sollte auch die Ausmalung mittelalterlichen Vorbildern folgen. Zusammen mit drei Mitarbeitern schuf Andreae in fünf Sommern ein gewaltiges Werk. Vorbilder für seine Gemälde fand er in Braunschweig, Hildesheim und vor allem in Rom. Dreizehn Jahre später hielt der Maler seine Erinnerungen in einem bebilderten Album fest. Der Vortrag zeigt den Arbeitsprozess des Künstlers von der ersten Skizze bis zum fertigen Wandgemälde auf und erläutert die Vorbilder, von denen sich Andreae bei seiner Malerei beeinflussen ließ.</p>								</div>
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									<p>Der Eintritt ist frei. Das Sinziger Schloss befindet sich in der Barbarossastraße 35.</p>								</div>
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									<p>© HeimatMuseum Schloss Sinzig &#8211; September 2024</p>								</div>
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		<title>Die Mausefalle &#8211; für die Menschen aus Neroth die Rettung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Museum-Sinzig-Login]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Sep 2024 07:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verein 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum zweiten Teil der Erkundung eines spannenden Themas der Regionalgeschichte trafen sich Mitglieder und Gäste des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig zu einer Exkursion in die Eifel. Ziel war das Dorf Neroth]]></description>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Die Mausefalle - für die<br>Menschen aus Neroth die Rettung</h1>				</div>
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									<p>Zum zweiten Teil der Erkundung eines spannenden Themas der Regionalgeschichte trafen sich Mitglieder und Gäste des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig zu einer Exkursion in die Eifel. Ziel war das Dorf Neroth im Landkreis Vulkaneifel und das dortige Mausefallenmuseum. In der Woche zuvor hatte die Ethnologin und Journalistin Hildegard Ginzler, auch Vereinsmitglied, in einem viel beachteten und gut besuchten Vortrag die Situation in Neroth im 19. Jahrhundert beschrieben.</p>								</div>
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									<p>Das höchst originelle Mausefallenmuseum in der ehemaligen Schule von Neroth gibt es, weil in den 1830er Jahren ein Teil der von schweren Existenznöten geplagten Einwohner zur Selbsthilfe griff und eine Fertigung von den seinerzeit hoch begehrten Mausefallen und anderen Drahtwaren aufzog, meist in Heimarbeit. Als Hausierer brachten sie ihre Ware selbst zu den Verbrauchern, dabei kamen sie bis nach Königsberg in Ostpreußen.</p>								</div>
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											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Die Maus in der Falle lockt die Besucher an.</figcaption>
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									<p>Wie sie das alles bewerkstelligten &#8211; es existiert im Museum ein komplette Werkstatt &#8211; und was sie herstellten, erläuterte Museumsleiterin Helga Wallenborn. Dabei führte sie auch ungewöhnliche Konstruktionen von Mausefallen vor &#8211; das Museum verfügt über Exponate aus aller Welt. Vorher hatte Ortsbürgermeister Klaus-Dieter Peters die Gruppe aus Sinzig in Neroth begrüßt.</p>								</div>
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																		Die Gruppe des Denkmalvereins vor dem Mausefallenmuseum in Neroth.								</div>
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																		Museumsleiterin Helga Wallenborn erläutert die Technik von Mausefallen								</div>
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																		Hausierer unterwegs - so zogen die Nerother in die Welt								</div>
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									<p>Text: Matthias Röcke</p><p>Fotos: Matthias Röcke</p><p>© Förderverein &#8211; September 2024</p>								</div>
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		<item>
		<title>Hoffnungsschimmer in einer Kultur der Armut</title>
		<link>https://museum-sinzig.de/hoffnungsschimmer-in-einer-kultur-der-armut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Museum-Sinzig-Login]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2024 07:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verein 2024]]></category>
		<category><![CDATA[Museum 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer vor gut 200 Jahren mitten in der Eifel lebte, hatte es schwer - so schwer, dass er vor der Frage stand, für immer in fremde Kontinente auswandern zu müssen. "Es war eine Kultur der Armut", so eröffnete Hildegard Ginzler ihren Vortrag im Sinziger Schloss im Rahmen der Turmgespräche des Fördervereins Denkmalpflege und Heimatmuseum. Hintergründe des mit großem Interesse und langem Beifall aufgenommenen Vortrags ]]></description>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Hoffnungsschimmer in<br>einer Kultur der Armut</h1>				</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Hildegard Ginzler sprach beim Denkmalverein<br>über die Bedeutung der Mausefallen aus dem Eifelort Neroth</h2>				</div>
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									<p>Wer vor gut 200 Jahren mitten in der Eifel lebte, hatte es schwer &#8211; so schwer, dass er vor der Frage stand, für immer in fremde Kontinente auswandern zu müssen. &#8222;Es war eine Kultur der Armut&#8220;, so eröffnete Hildegard Ginzler ihren Vortrag im Sinziger Schloss im Rahmen der Turmgespräche des Fördervereins Denkmalpflege und Heimatmuseum. Hintergründe des mit großem Interesse und langem Beifall aufgenommenen Vortrags &#8222;Selbsthilfe statt Auswandern &#8211; Wie das Eifeldorf Neroth mit Mausefallen aus der Krise kam&#8220; sind spannende Entwicklungen in dem Ort &#8211; und die Magisterarbeit der Volkskundlerin Hildegard Ginzler, die sie 1984 verfasst hatte.</p><p>Wenn die Bauen mit ihren kleinen Betrieben gerade so über das Jahr kommen, ohne für ihre Arbeit Geld einnehmen zu können, schlagen Missernten voll durch. So geschehen in der Eifel zwischen 1818 und 1843. Noch schlimmer traf es die landlosen Einwohner im Dienst der Bauern. In dieser schier ausweglosen Situation hatte der Junglehrer Theodor Kläs die Idee, in Heimarbeit angefertigte Mausefallen und andere Haushaltsgeräte aus Draht in Eigenregie zu verkaufen. Das klappte: &#8222;In Küche und Stube schaffte man am Draht&#8220;. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eroberten sich die Hausierer aus Neroth Märkte in der Ferne. Wohlhabende Bauern, bürgerliche Haushalte und Betriebe in den Städten &#8211; welche Bäckerei kämpfte nicht gegen Mäuse? &#8211; hatten Bedarf und kauften. Hildegard Ginzler hatte seinerzeit für ihre Magisterarbeit viele Zeitzeugen in Neroth ausführlich befragt, sie berichteten aus eigener Erfahrung und von Erzählungen der Vorfahren.</p>								</div>
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									<p>Ginzler schilderte eindrücklich die Folgen dieser sozialen Veränderung im Dorf. Die Händler verdienten Geld, brachten der Familie Geschenke mit und erzählten im Wirtshaus von ihren Erlebnissen, nicht ohne Übertreibungen. Das gefiel den Bauen gar nicht. Sie als Landbesitzer sahen auf die Landlosen (&#8222;Wer nichts hat, der ist auch nichts&#8230;&#8220;) herab und missgönnten ihnen den Erfolg. Und deshalb stiegen sie auch nicht in das Geschäftsmodell ein. Auch für die Händler war nicht alles schön. Sie erlebten in der Fremde manchmal Einsamkeit oder gerieten in Gefahr. Einer wurde sogar ermordet. Ganz erstaunlich: Auch Frauen gingen auf Verkaufstour, wie die Männer immer zu zweit. Ein großer Schritt zur Emanzipation im 19. Jahrhundert!</p>								</div>
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											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Hildegard Ginzler hatte auch "greifbare" Belege aus ihrer Arbeit mitgebracht. </figcaption>
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									<p>Immer mehr Menschen sahen ihre Chancen im Drahtwarenhandel. Im nahen Neunkirchen entstand eine Drahtgenossenschaft, in Gerolstein ein Drahtwarenwerk. Ab 1871 reisten die Händler per Eisenbahn in die Absatzgebiete, der Markt wuchs. Das aber führte bald zum Abschwung, das Angebot übertraf die Nachfrage, die Preise gerieten Ende des 19. Jahrhunderts ins Rutschen. Immer schneller kamen Veränderungen über die Menschen in der Eifel. Der Geldverkehr war nirgends mehr aufzuhalten, der stationäre Einzelhandel machte sich breit und nach 1945 startete der Versandhandel, das Geschäftsfeld der Hausierer und Händler schwand mehr und mehr. In Neroth erinnert heute das Mausefallenmuseum an die dramatische Geschichte aus dem Dorf.</p>								</div>
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									<p>Agnes Menacher, stellvertretende Vorsitzende des Denkmalvereins, würdigte zur Begrüßung die wissenschaftliche und journalistische Arbeit von Hildegard Ginzler, nachzuverfolgen auch in zahlreichen Publikationen für das HeimatMuseum Schloss Sinzig. und sie hatte dem Publikum nicht zu viel versprochen, das zeigte das große Interesse im gut besetzten Vortragssaal.</p>								</div>
				</div>
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									<p>Text: Matthias Röcke</p><p>Fotos: Matthias Röcke</p><p>© Heimatmuseum Schloss Sinzig &#8211; September 2024</p>								</div>
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					</div>
				</div>
				</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Erforschung der Bäderkultur: Auch dem Unsichtbaren auf der Spur</title>
		<link>https://museum-sinzig.de/erforschung-der-baederkultur-auch-dem-unsichtbaren-auf-der-spur/</link>
					<comments>https://museum-sinzig.de/erforschung-der-baederkultur-auch-dem-unsichtbaren-auf-der-spur/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Museum-Sinzig-Login]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 May 2024 18:28:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verein 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[Sinzig/Bad Neuenahr-Ahrweiler. Was gibt es zu sehen - und was nicht? Diese gar nicht so einfache Frage stand über dem Auftakt eines Projekts zur Erforschung der Geschichte der Bäderkultur in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig. Es startete mit einem Rundgang durch Bad Neuenahr und das Kurviertel im Sinziger Stadtteil Bad Bodendorf. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="6233" class="elementor elementor-6233" data-elementor-post-type="post">
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Erforschung der Bäderkultur:<br>Auch dem Unsichtbaren auf der Spur</h1>				</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Denkmalverein Sinzig unterstützt Modellkommunen bei Digitalisierungsprojekt </h2>				</div>
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									<p><strong>Sinzig/Bad Neuenahr-Ahrweiler.</strong> Was gibt es zu sehen &#8211; und was nicht? Diese gar nicht so einfache Frage stand über dem Auftakt eines Projekts zur Erforschung der Geschichte der Bäderkultur in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig. Es startete mit einem Rundgang durch Bad Neuenahr und das Kurviertel im Sinziger Stadtteil Bad Bodendorf.</p><p>Beide Städte sind Modellkommunen unter dem Dach des rheinland-pfälzischen Projekts KuLaDig-RLP. Die Abkürzung steht für &#8222;Kulturlandschaft digital&#8220; und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die kulturelle Vielfalt vor Ort digital zu erfassen und sichtbar zu machen. Wissenschaftliche und praktische Unterstützung leistet das Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz, vor Ort ist mit von der Partie der Förderverein Denkmalpflege und Heimatmuseum in Sinzig. So war auch die Gruppe zusammengesetzt, die die Beigeordneten der Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler, Peter Diewald, und der Stadt Sinzig, Hans-Werner Adams, im Bad Neuenahrer Rathaussaal begrüßten.</p><p>Was es heute noch zu sehen gibt von der Geschichte des Kurbads Bad Neuenahr, stellte sich beim Rundgang unter Führung von Heike Wernz-Kaiser von der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler schnell dar. Hubert Rieck, Kenner der Geschichte Bad Neuenahrs, erzählte von der Pracht der Neuenahrer Grandhotels zum Ende des 19. Jahrhunderts sowohl am Beispiel noch vorhandener als auch verschwundener Hausfassaden. Was Straßennamen bedeuten, warum das Neuenahrer Postgebäude von 1895 so stattlich ausgefallen ist und wie Kurviertel, einfache Wohnlagen und der Hotelbereich früher voneinander abgetrennt waren, gehört zu dem, was heute nicht mehr unbedingt zu sehen ist.</p><p>Das Unsichtbare sichtbar zu machen, so hatte zu Beginn Professor Dr. Michael Klemm das Ziel umschrieben. Auch darum wird es gehen, wenn Studierende und wissenschaftliche Mitarbeitende Informationen digital aufbereiten und Interviews mit Zeitzeugen führen. So unterstützen sie die Gruppe aus dem Sinziger Denkmalverein um Elmar Knieps und Anton Simons. Sie stellt Daten und Fakten sowie vertiefende Informationen zur Verfügung. Eingestellt wird alles später in das vom Landschaftsverband Rheinland betriebene Web-Portal KuLaDig (www.kuladig.de), wo sich jetzt schon eine Fülle von Bau-, Kultur- und Naturdenkmälern in ausführlichen Beschreibungen findet.</p><p>Für Teil zwei der Auftaktveranstaltung ging es in das verlassene einstige Kurviertel von Bad Bodendorf, wo Josef Erhardt vom Heimat- und Bürgerverein Bad Bodendorf die Gruppe empfing. Hier gibt es nur noch Spuren eines Kurbetriebs. Dr. Jürgen Haffke, schon sehr lange zu diesem Thema befasst: &#8222;Es gibt hier eine Baugeschichte, die ist schnell erzählt, und es gibt eine Nicht-Baugeschichte&#8220;. 1903 als eine Art Imitation von Bad Neuenahr errichtet und nach Verleihung des Bad-Status 1972 durch monumentale Baupläne gefährdet, endete alles im Stillstand. Zu sehen sind noch Eingangsbereich, Lesesaal und Kurmittelhaus &#8211; alles andere in der Bodendorfer Kurgeschichte wartet darauf, wieder sichtbar zu werden.</p>								</div>
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									<p><strong>Text:</strong> Matthias Röcke</p><p><strong>Fotos:</strong> Denkmalverein/Matthias Röcke</p><p>© Förderverein &#8211; Mai 2024</p>								</div>
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		<title>Die Herren von Kempenich und ihre Burgen &#8211; Fakten und Spurensuche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Museum-Sinzig-Login]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Apr 2024 18:15:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verein 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[Was wissen wir genau, was können wir vermuten und was ist falsch? Oliver Schüller von der Interessengemeinschaft Archäologie und Geschichte im Kreis Ahrweiler und Vorsitzender der Heimatfreunde Kempenich nahm sein Publikum mit auf diese spannende Reise. Auf Einladung des Fördervereins Denkmalpflege und Heimatmuseum ]]></description>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Die Herren von Kempenich und ihre Burgen - Fakten und Spurensuche

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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Oliver Schüller referierte beim Denkmalverein Sinzig zu einer<br>interessanten Recherche der Regionalgeschichte  </h2>				</div>
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									<p>Was wissen wir genau, was können wir vermuten und was ist falsch? Oliver Schüller von der Interessengemeinschaft Archäologie und Geschichte im Kreis Ahrweiler und Vorsitzender der Heimatfreunde Kempenich nahm sein Publikum mit auf diese spannende Reise. Auf Einladung des Fördervereins Denkmalpflege und Heimatmuseum hielt er im Schloss Sinzig einen Vortrag über die Herren von Kempenich und ihre Burgen.</p><p>Die Herren von Kempenich lebten vor Ort zunächst in der hier als alte Burg bezeichneten Anlage im Kreuzwäldchens am Weg nach Weibern und ab ca. 1250 oberhalb auf dem Gipfel des heutigen Burgbergs. Im 15. Jahrhundert starb der Stamm männlicherseits aus. Mehr als vor Ort machten die Herren von Kempenich von sich reden nach Einheiratung in andere Adelsfamilien, so z. B. In die Grafenfamilie zu Büdingen in Hessen.</p>								</div>
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									<p>Die Spurensuche von Oliver Schüller hatte seinerzeit schon recht holprig begonnen. Denn die Urkunde von 1093, die einen von Kempenich erstmals ausweist, ist leider eine Fälschung. Es handelt sich um eine Abschrift des Originals, was meist dazu genutzt wurde, etwas zu eigenen Gunsten zu verändern. Trotzdem kann die Erwähnung des Richwin von Kempenich als Zeuge korrekt sein. Statt sicherem Wissen also eher eine starke Vermutung. Diese Unterscheidung zog sich durch den Vortrag, wobei der Referent bei seinen Recherchen genau unterscheidet zwischen belastbaren Fakten und allem anderen. Spätere Urkunden und Belege zur Verzweigung der Familie sind tatsächlich weitaus verlässlicher, so dass sich eine genaue Genealogie der Familie darstellen lässt.</p><p> </p>								</div>
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											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Oliver Schüller forscht zu den Kempenicher Burgen. Foto: Denkmalverein Sinzig/ Matthias Röcke</figcaption>
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									<p>Der zweite Schwerpunkt in dem detailreichen Vortrag war den Kempenicher Burgen gewidmet. Dass es zwei gab, ist wohl vielen unbekannt, so versteckt sind die baulichen Reste. Heutiger Standort ist ein rund 80 Meter aufragender l Bergsporn am Ortsrand in Richtung Weibern. Die erste Burg lag weiter unten im Tal, wo seit 1873 die Kalvarienberganlage mit Kapelle entstand. Diese ist auch der Grund, warum so wenige Reste der ersten Burg erhalten sind, denn beim Bau wurde fast alles abgetragen, ins Museum verbracht oder verbaut. Erhalten ist der Brunnen und ein Kapitell und ein Basisstein, letztere als Bestandteil der Kapelle. Wie die alte Burg ausgesehen hat, bleibt im Dunkeln. Zukunftsträchtig war der Standort wohl ohnehin nicht, denn schon für die Mitte des 13. Jahrhunderts ist der Bau der neuen Burg auf dem Gipfel nachweisbar. Er fiel in eine Zeit, in der zahlreiche Gipfelburgen in der Eifel entstanden sind.</p><p>Von dieser Burg konnte Oliver Schüller im voll besetzten Vortragsraum weit mehr zeigen. Zwei Gräben, mühsam in den Schieferfels geschlagen – das Material fand dann beim Bau Verwendung -, und ein lang gezogener Zwinger – eine Freifläche zwischen Mauern, in der Angreifer schutzlos waren – lassen sich in den Wintermonaten ergehen. Im Sommer versperrt das Grün die Sicht. Der frühere Zugang auf das Plateau lässt sich rekonstruieren, ebenso der Standort von Stallungen und Wirtschaftsgebäuden. Vom Palas, dem Wohnhaus der Edelherren, sind Reste in spätere Um- und Anbauten integriert worden und erkennbar geblieben. Das ganze Areal ist heute in Privatbesitz und wird bewohnt.</p><p>Aber wie hat die Burg nun ausgesehen? Oliver Schüller präsentierte eine schöne Zeichnung aus dem Jahr 1711. Schon das zum Jahr nicht passende Wappen macht misstrauisch, und dass die Burg damals sieben spitze Türme gehabt haben soll, ist nicht schlüssig. Zumal ein Bericht aus dem Jahr 1703 vom Einsturz eines Turmes erzählt. Also manches wohl gestalterische Fantasie. Verlässlicher ist eine Plandarstellung von 1778. Da wurde bereits am Abbruch gearbeitet. Das Erzbistum Trier,veranlasste das, nachdem man den Grafen von und zu Eltz-Kempenich, den heutigen Alleinbesitzern der Burg Eltz, nach mehr als 200 Jahren Dauer die Pfandschaft aufgekündigt hatte. Die Steine wurden für Bauvorhaben gebraucht. Es blieb der Palas, hier entstand eine Försterei, die bis 1931 existierte, ehe private Nutzer einzogen. Nach 1994 hat sich nochmals viel getan auf dem Burgberg.</p><p>Zum Schluss widmete sich Oliver Schüller dem konkret Sichtbaren. Ein authentisches Foto der heutigen Anlage entstand vor Jahren nach starken Rodungen am Hang, inzwischen ist einiges wieder zugewachsen. Aber die beiden imposanten Gräben, die Zwingerfläche und das heutige Gebäude im Palas lässt sich von einem Rundweg am Hang erkennen. Das ist Fakt, aber Oliver Schüler wird weiter an dem Unbekannten der Kempenicher Burgen forschen – es steht noch einiges an.</p><p>Hardy Rehmann, Vorsitzender des Denkmalvereins, dankte dem Referenten für kenntnisreichen Vortrag und die Einblicke in ein spannendes Thema der Regionalgeschichte und seiner Erforschung. Anschließend war bei einem Glas Wein Gelegenheit zum Informationsaustausch.</p>								</div>
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									<p>Text: Matthias Röcke</p><p>© Förderverein &#8211; April 2024</p>								</div>
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		<title>Ahrweiler: Interessante Geschichte einer kleinen Straße</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Museum-Sinzig-Login]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Apr 2024 18:05:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Elligstraße in Ahrweiler war bereits in römischer Zeit Teil der „Alten Linie“, einer Verbindungsstraße, die von Ramersbach mit einer Ahr-Querung in Höhe des heutigen Freibades nach Lantershofen und Ringen führte. Im Mittelalter stand an der heutigen Elligstraße ein Galgen, woran noch heute die Flurnamen „Am Gericht“ und „Beinacker“ erinnern.]]></description>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Ahrweiler: Interessante Geschichte<br>einer kleinen Straße</h1>				</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Karl Heinen führte den Sinziger Denkmalvereins und die Bürgerinitiative<br>"lebenswerte Stadt"  durch die Elligstraße</h2>				</div>
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									<p>Die Elligstraße in Ahrweiler war bereits in römischer Zeit Teil der „Alten Linie“, einer Verbindungsstraße, die von Ramersbach mit einer Ahr-Querung in Höhe des heutigen Freibades nach Lantershofen und Ringen führte. Im Mittelalter stand an der heutigen Elligstraße ein Galgen, woran noch heute die Flurnamen „Am Gericht“ und „Beinacker“ erinnern.</p><p>Etwa 40 Interessierte waren jetzt einer Einladung des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig und der Bürgerinitiative</p><p>&#8222;lebenswerte Stadt&#8220; zu einer Exkursion mit dem Motto Sehschule „Ellig“ gefolgt. Karl Heinen, Vorstandsmitglied des Heimatvereins „Alt-Ahrweiler“, übernahm die Leitung.</p><p>Hinweise auf die „Heiligenhäuschens Wies“ hat Heinen, der den etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ebenso kenntnisreich wie humorvoll von Gegenwart und Geschichte der kleinen Straße erzählte, im Stadtarchiv bereits aus der Zeit vor 1600 gefunden. Dies deute auf eine schon damals bestehende Kapelle am Standort der heutigen Ellig-Kapelle hin.</p><p>Vor 1900, das gehe aus einer Übersichtskarte der Gemeinde Ahrweiler hervor, sei Ahrweiler nordöstlich – mit Ausnahme einiger Häuser an der Wilhelmstraße – bis zu dem im Jahr 1880 erbauten Bahnhof allerdings noch nicht bebaut gewesen. Vielmehr hätten sich zwischen Aden- und Elligsbach und weiter bis zum Bahnhof Kornfelder, Wiesen, Weinberge und Gärten erstreckt.</p><p>Die Bebauung des Elligsweges habe erst in den Jahren 1902/1903 begonnen. Eine Abwasser-Kanalisation gab es in den ersten Jahrzehnten nicht. „Der Elligsbach floss offen in etwa 1,5 Metern Abstand von den Häusern auf der linken Seite bis zur Wilhelmstraße, wo er unterirdisch unter der Straße an der linken Seite Richtung Niedertor geführt wurde“, führte Heinen aus. Von dort sei er, ebenfalls unterirdisch, in den Mühlteich geleitet worden.</p>								</div>
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									<p>Die Kapelle am unteren Ende des Elligsweges sei etwa 1850 gebaut worden. Ältere können sich noch daran erinnern, dass sie von zwei mächtigen Kastanienbäumen eingerahmt wurde, zwischen denen eine Bank stand. Die habe so manchen Wanderer, der von Ringen oder Lantershofen „über den Berg“ kam, zum Ausruhen eingeladen, wusste der Exkursionsleiter. Nach 1970 seien die Kastanienbäume gefällt worden, weil sie als Gefahr für den Verkehr angesehen wurden. Die Kapelle mit der Gottesmutter sei „häufig Station von Pilgern gewesen, die aus den Dörfern der Grafschaft kamen, um gutes Wetter für die Ernte zu erbitten.“ Ältere Exkursionsteilnehmer konnten sich noch daran erinnern, dass die Ellig ein Spielparadies für die Kinder aus dem Elligsweg selbst, aber auch aus der Wilhelmstraße war.</p>								</div>
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											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Die Gruppe des Sinziger Denkmalvereins und der Bürgerinitiative "lebenswerte Stadt" in der Elligstraße.</figcaption>
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									<p>Der Ausbau der Elligstraße mit Kanal und Verlegung des Elligbaches in die Straßenmitte erfolgte zu Beginn der 1970er Jahre, führte Heinen aus. Dabei seien auch Straßendecke und Bürgersteige erneuert und befestigt worden.</p><p>Das von der Familie Pulvermacher im Jahr 1905 gebaute und bis in die 1980er Jahre bewohnte Haus Elligstraße Nr. 6, ein repräsentatives Eckhaus, habe sich noch bis etwa in die 1990er Jahre in sichtbarem roten Lavastein gezeigt, was ihm auch den Namen „Krotzenhaus“ verschaffte, erläuterte Karl Heinen, der mit Informationen auch zu etlichen weiteren Anlieger-Häusern aufwarten konnte, der aber immer wieder auch kritische Töne anklingen ließ. „Die Modernisierung der 1990er Jahre lassen das Haus aber etwas langweiliger erscheinen als es früher war.“</p><p>Das Haus an der Elligstraße Nr. 8 sei im Jahr 1903 von dem Küfer Johann Euskirchen erbaut worden. Später habe die Tochter des Erbauers, Katharina Euskirchen, dort eine Kolonialwarenhandlung betrieben. An der zur Wilhelmstraße hin gelegenen Außenwand ist noch heute gut die Aufschrift zu erkennen, die auf dieses Geschäft verwies. Das 1914 unweit erbaute Haus Elligstraße Nr. 14 sei, ebenso wie mehrere Nachbarhäuser, dem sogenannten Heimatstil zuzuordnen, sagte Heinen. Dieses Haus sei, im Gegensatz zu den nach rechts folgenden, „wesentlich schlichter gehalten, aber deswegen nicht weniger schön, besticht es doch durch ein paar Details, die rein dekorativen Charakter haben.“ Anstelle des Gurtgesimses habe es drei ovale eiserne Zierelemente, und der Hauseingang werde von einer zarten Girlande überfangen, die in der Mitte in einem ovalen Feld das Baujahr zeigt. Die Fenster seien „schlicht gerahmt und haben die originalen Sprossungen, und das oberste Geschoss sei als Mansarddach konstruiert und mit einer Zweiergruppe von Sprossenfenstern versehen. Interessant sei, so Karl Heinen weiter, „die Haustüre mit einem sehr hohen Oberlicht, das zwar neu und in Kunststoff hergestellt wurde, aber genau in der alten Form gehalten ist.“</p><p>Mit seinen Ausführungen animierte Heinen seine Zuhörer, selbst genau hinzuschauen und auch auf Details der Architektur und Gebäudegestaltung zu achten. Von den Teilnehmern wurde er mit viel Beifall, von den Veranstaltern mit Dankesworten und einem Weinpräsent bedacht.</p>								</div>
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									<p>Text: Anton Simons/Elmar Knieps, Foto Anton Simons</p><p>© Förderverein &#8211; Aprilv 2024</p>								</div>
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		<title>Römische Villen, Erzabbau und französische Uniformknöpfe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Museum-Sinzig-Login]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Mar 2024 18:45:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verein 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[Dass es im Sinziger Stadtwald archäologische Denkmäler gibt, ist nur Eingeweihten bekannt. Vielleicht deshalb zog eine Exkursion des Sinziger Vereins für Denkmalpflege am vergangenen Samstag über 50 Teilnehmer an, die sich von drohenden Regenwolken und verschlammten Wegen nicht abschrecken ließen. Unter der sachkundigen Führung]]></description>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Römische Villen, Erzabbau und französische Uniformknöpfe</h1>				</div>
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									<p>Dass es im Sinziger Stadtwald archäologische Denkmäler gibt, ist nur Eingeweihten bekannt. Vielleicht deshalb zog eine Exkursion des Sinziger Vereins für Denkmalpflege am vergangenen Samstag über 50 Teilnehmer an, die sich von drohenden Regenwolken und verschlammten Wegen nicht abschrecken ließen. Unter der sachkundigen Führung des Archäologen Gabriel Heeren wanderten sie ausgehend vom Hennes-Schneider-Haus zu den unterschiedlichsten Bodendenkmälern.</p><p>Kaum 200 Meter entfernt bestaunten die Exkursionsteilnehmer die rund 40 mal 20 Meter großen Reste des Hauptgebäudes eines römischen Gutshofs. Bis zum 4. Jahrhundert siedelten die Römer auf dem Harterscheid, der damals nicht so bewaldet war wie heute. Außer den typischen roten Dachziegeln wurde in der Gegend eine kleine Bronzeglocke gefunden, die Heeren den Exkursionsteilnehmern präsentierte.</p>								</div>
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											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Eine Überraschung im Gepäck: Gabriel Heeren (rechts) und Achim Habbel (mitte) zeigen den Exkursionsteilnehmern eine römische Glocke, die beim Gutshof im Harterscheid gefunden wurde. (Foto: Wolfgang Surek)</figcaption>
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									<p>Ein weiterer römischer Gutshof lag östlich des Leyerhofs. Dort wurde im 4. Jahrhundert auch Brauneisenstein verhüttet. Das Erz gewannen sie aus zahlreichen Gruben an der Oberfläche. Wie zum Beweis zog der älteste Teilnehmer der Exkursion unter seinen Füßen einen prachtvollen Erzbrocken hervor. In der Spätzeit des römischen Reiches deckten die in der Provinz Niedergermanien verbliebenen Römer ihren Eisenbedarf aus solchen lokalen Vorkommen.</p><p>Der Harterscheid wurde nicht nur in römischer Zeit wirtschaftlich genutzt. Im Mittelalter und in der Neuzeit wurde er parzelliert und diente dem Einschlag von Bau- und Brennholz. Noch heute verraten Gräben und Schneisen die ehemaligen Grenzverläufe.</p><p>An mehreren Stellen im Gelände treten Basaltvorkommen an die Oberfläche. Sie wurden im 19. Jahrhundert nicht nur von Sinzigern, sondern auch von Einwohnern aus Franken und Königsfeld zur Steingewinnung genutzt. Eine größere Grube konnten die Teilnehmer eingehend besichtigen. Andere Gruben im Wald entstanden durch fehlgeworfene Sprengbomben im 2. Weltkrieg.</p><p>Zur Zeit der napoleonischen Kriege diente der Wald nicht zuletzt als Heerlager, was zahlreiche französische Uniformknöpfe beweisen, die von Sondengängern mit Metalldetektoren aufgespürt wurden.</p><p>Zu einem römischen Gutshof gehörte in der Regel ein Bestattungsplatz in einiger Entfernung. Einen solchen Friedhof konnten die Teilnehmer am Ende der Exkursion besichtigen. Drei noch gut erkennbare Grabhügel bergen noch die Reste der römischen Brandbestattungen. Seit den 1920er Jahren wurden im Harterscheid bei Wald- und Wegearbeiten immer wieder geschmolzenes Glas und geschmolzene Münzen aus solchen Gräbern gefunden.</p><p>Am Ende der über dreistündigen Wanderung dankte Hardy Rehmann, der Vorsitzende des Sinziger Denkmalvereins, dem Archäologen Gabriel Heeren für die penibel vorbereitete, äußerst instruktive Führung. Auch die Teilnehmer waren begeistert und spendeten anhaltenden Beifall.</p>								</div>
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																		Der Archäologe Gabriel Heeren erklärt den Exkursions-teilnehmern den Aufbau eines römischen Gutshofs und wie man ihn heute noch im Gelände erkennen kann. Im Harterscheid befinden sich gleich mehrere römische Gutshöfe mit Eisenverhüttung. (Foto: Wolfgang Surek)								</div>
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																		Die Uniformknöpfe (Vorder- und Rückseite) der französischen Revolutionsarmee wurden 1794 im Harterscheid verloren und weisen auf Lagerplätze der entsprechenden Truppenverbände hin. (Foto: Gabriel Heeren)								</div>
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		<title>Mitgliederversammlung 2024</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Museum-Sinzig-Login]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Mar 2024 18:25:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verein 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit einer stabilen Mitgliederentwicklung und einer bemerkenswerten Bilanz bei der Requirierung von Fördergeldern und Spenden konnte der Förderverein Denkmalpflege und Heimatmuseum in Sinzig bei seiner jüngsten Mitgliederversammlung aufwarten: Seit dem Jahr 2018 kamen auf diesem Wege 128.887 Euro zusammen]]></description>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">In sechs Jahren fast 130.000 Euro an Fördergeldern und Spenden für das Museum requiriert</h2>				</div>
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									<p>Mitgliederversammlung des Denkmalvereins Sinzig bestätigte Vorstand &#8211; Neues Projekt zum Bäderwesen</p>								</div>
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									<p>Mit einer stabilen Mitgliederentwicklung und einer bemerkenswerten Bilanz bei der Requirierung von Fördergeldern und Spenden konnte der Förderverein Denkmalpflege und Heimatmuseum in Sinzig bei seiner jüngsten Mitgliederversammlung aufwarten: Seit dem Jahr 2018 kamen auf diesem Wege 128.887 Euro zusammen, die für Maßnahmen und Investitionen im HeimatMuseum Schloss Sinzig aufgewendet werden konnten. 2023 wurden insgesamt Fördermittel in Höhe von rund 19.000 Euro beantragt und genehmigt, wobei der Verein rund 6100 Euro aus Eigenmitteln (inklusive Spenden) beizusteuern hatte. Für 2024 sind 5000 Euro Fördermittel beantragt.</p><p>Diese Zahlen teilte Vorsitzender Hardy Rehmann in der Versammlung im Schloss Sinzig mit. Der Verein hat derzeit 130 Mitglieder, im vergangenen Jahr standen drei Todesfällen und einem altersbedingten Austritt acht Eintritte gegenüber. Zu Beginn gedachte die Versammlung der im Jahr 2023 Verstorbenen, darunter auch des langjährigen Vorsitzenden Karl-Friedrich Amendt.</p>								</div>
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											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Agnes Menacher (ganz links) und Hardy Rehmann (rechts) ehrten aktive Vereinsmitglieder für ihren Einsatz in Museum und im Denkmalverein. Foto: Denkmalverein/Matthias Röcke</figcaption>
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									<p>Die anstehenden Vorstandswahlen bestätigten die bisherige Besetzung. Jeweils einstimmig gewählt wurden unter der Versammlungsleitung von Franz Krämer Vorsitzender Hardy Rehmann, Schatzmeister Achim Habbel und Schriftführer Matthias Röcke. Neu als Beisitzende im Vorstand ist Sarah Kasper-Brötz, Friederike Gross-Koschinski und Renate Rick wurden in diesem Amt bestätigt.</p><p>Rehmann stellte in seinem Bericht besonders die durch den Verein erreichte Unterschutzstellung des Hauses Mühlenbachstraße 40 in Sinzig heraus und dankte unter dem Beifall der Versammlung Vereinsmitglied Bernd Retterath, dessen fachliche Expertise das ermöglicht hatte. Intensiv wurde auch im Hintergrund gearbeitet. Rehmann konnte berichten, dass die digitale Erfassung des Museumsbestandes mit 4079 Einträgen und weit mehr einzelnen Gegenständen nun abgeschlossen werden konnte. Einzusehen sind sie zum Teil unter www.museum-digital.de (Rheinland-Pfalz).</p><p>Schatzmeister Achim Habbel erläuterte im Detail die Finanzsituation des Vereins. Einnahmen von rund 23.000 Euro standen Ausgaben von 20.000 Euro gegenüber, wobei zweckgebundene Fördergelder, Zuschüsse und Spenden ein Volumen von rund 18.000 Euro ausmachten. Einen Extraapplaus gab es für den Vorsitzenden und seinen arbeitsintensiven Einsatz bei der Bearbeitung komplizierter Förderanträge. Die Kassenprüfer Florian Ritterath und Bernd Ziegler bescheinigte Habbel eine vorbildliche Kassenführung und beantragten, den gesamten Vorstand zu entlasten, was einstimmig geschah.</p><p>Der Verein ist nicht nur in der Förderung des Sinziger Museums, sondern auch in Fragen der Denkmalpflege aktiv. Matthias Röcke berichtete von der Gruppe &#8222;Schau mal Denkmal&#8220;. Diese hat nun die Erfassung der eingetragenen Denkmäler von Sinzig weitgehend abgeschlossen. Dabei wurden zu den rund 100 Baudenkmäler und 40 Bodendenkmäler Beschreibungen und Erkenntnisse in einer Datei hinterlegt, nachzulesen auch unter www.kuladig-rlp.de (&#8222;Kulturlandschaft digital&#8220;).</p><p>Hier konnte Beisitzer Elmar Knieps gleich das nächste Projekt vorstellen: Es geht um das Bäderwesen in der Region, gemeinsam durchgeführt von den Städten Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig und mit Förderung des Landes Rheinland-Pfalz sowie Unterstützung der Universität Koblenz. Ziel ist die Erfassung von historischen und aktuellen Fakten, sichtbaren Zeugnissen, Unterlagen und auch persönlichen Erinnerungen möglichst vieler Menschen zum Themenbereich Heilbäder, Mineralquellen und Schwimmbäder in der Region.</p><p>Agnes Menacher berichtete über die Aktivitäten und die Arbeit im Museum und würdigte besonders Konzeptionierung und Aufbau der neuen Dauerausstellung in der Abteilung Vor- und Frühgeschichte. Eine Menge Enthusiasmus und eine gelungene gemeinschaftliche Leistung seien die Voraussetzungen für das Gelingen der sehr positiv aufgenommenen Ausstellung gewesen. Ausdrücklich erwähnte sie auch die Transkribierung des Reisetagbuchs des Malers Carl Christian Andreae wie die Ausstellung mit Portraits aus der Hand des Malers. Menacher kündigte eine neue Ausstellung an zum Thema „Nicht für die Ewigkeit – Brücken im Ahrtal“.</p><p>Hardy Rehmann für den Verein und Agnes Menacher für das Museum dankten abschließend besonders aktiven Mitgliedern für ihren Einsatz und übergaben ihnen ein Präsent: Florian Ritterath, Renate Rick, Bernd Ziegler,Angelika Schneider, Gabriel Heeren, Waltraud Kettler, Roman Faßbender, Rolf Meyer, Hilde Ginzler und Bernd Retterath. Danach war noch Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch bei einem Glas Wein.</p>								</div>
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									<p>© Förderverein &#8211; März 2024</p>								</div>
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		<title>Spannende Archäologie: Manchmal hilft auch die Polizei</title>
		<link>https://museum-sinzig.de/spannende-archaeologie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Museum-Sinzig-Login]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jan 2024 12:13:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verein 2024]]></category>
		<category><![CDATA[Museum 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[Vortrag des Denkmalvereins zur Bedeutung der Sinziger Terra Sigillata 
Die Funde des römischen Geschirrs in Sinzig - Gefäße der berühmten Terra Sigillata - sind ein Highlight - auch für die Wissenschaft.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="5163" class="elementor elementor-5163" data-elementor-post-type="post">
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Spannende Archäologie: Manchmal hilft auch die Polizei</h1>				</div>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Vortrag des Denkmalvereins<br>zur Bedeutung der Sinziger Terra Sigillata </h2>				</div>
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									<p>Die Funde des römischen Geschirrs in Sinzig &#8211; Gefäße der berühmten Terra Sigillata &#8211; sind ein Highlight &#8211; auch für die Wissenschaft. Warum das so ist, erläuterte eindrucksvoll ein Mann vom Fach und mit großer Erfahrung auf diesem Gebiet: Zum Turmgespräch des Fördervereins Denkmalpflege und Heimatmuseum war der Archäologe Dr. Bernd Liesen vom Archäologischen Park Xanten eingeladen.</p>								</div>
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									<p>Mit der Auswertung der bedeutsamen, seit Mai vergangenen Jahres in der neuen Dauerausstellung des HeimatMuseums Schloss Sinzig präsentierten Funde aus Sinzig, hat sich der Referent schon sehr lange befasst in enger Zusammenarbeit mit den Sammlern Friedhelm Brandau, Manfred Gappe und anderen. Natürlich waren sie auch dabei an diesem Abend im Sinziger Schloss, gewissermaßen als Ehrengäste. Sie und alle anderen im trotz ungünstiger Witterungsverhältnisse gut besetzten Saal erfuhren nun aus erster Hand, was das Sinziger Museum nun so sehr bereichert.</p>								</div>
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											<figcaption class="widget-image-caption wp-caption-text">Terra Sigillata aus Sinzig: Archäologe Dr. Bernd Liesen aus Xanten (rechts) sprach auf Einladung des Denkmalvereins,   dessen Vorsitzender Hardy Rehmann ihn hier begrüßt.</figcaption>
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									<p>Es geht um die Zeit um 150 nach Christus. In Sinzig gab es eine Töpferei, die unverzierte und verzierte Terra Sigillata-Geschirr herstellte und nach Süden bis in den Rhein-Main-Raum und nach Norden bis in die heutigen Niederlande exportierte. Der Beweis dafür fällt dem Wissenschaftler nicht schwer, denn die Töpfer von damals versahen die Gefässe mit Namensstempeln und hatten ihren eigenen Stil bei den per Stempel angebrachten Verzierungen. Solche Spuren sind spannend. So lässt sich heute nachvollziehen, dass die Sinziger Töpfer &#8211; bei den verzierten Gefäßen 26 an der Zahl &#8211; nicht unbedingt standorttreu waren. So, wie sie einst aus Trier gekommen waren, zogen sie fort nach Metz. Zum Beispiel Virtus, ein Sinziger Töpfername. Warum, das bleibt im Dunkel der Geschichte, dazu konnte auch Dr. Liesen nichts beitragen.</p>								</div>
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									<p>Glasklar ist dagegen die Erkenntnis, dass die Sinziger Ware von hoher Qualität war. Sie hat sich auf einem stark ausgeprägten Markt in Niedergermanien, dem nördlich der Alpen von Rom besetzten Gebieten behauptet. Das gilt insbesondere für die bessere Variante der verzierten Gefäße &#8211; eine Art Statussymbol der römischen Haushalte. Die bildlichen Darstellungen der Terra Sigillata allgemein stellen den Clou des Geschirrs dar. Im ersten Jahrhundert handelte es sich meist um Darstellungen aus der Götterwelt &#8211; Dr. Liesen: &#8222;Für das Bildungsbürgertum&#8230;&#8220;, danach waren Szenen aus der Gladiatorenarena und auch erotische Darstellungen beliebt &#8211; letzte übrigens nicht in Niedergermanien.</p>								</div>
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									<p>Locker im Vortrag und präzise in der Aussage ließ der Referent seine Zuhörerschaft an den spannenden Aspekten seines Metiers teilhaben. Archäologie ist heute nämlich auch auch moderne Technik. Und so kommt es, dass bei der Forschung sogar die Kriminologen der Polizei gefragt sind. In römischen Brennöfen, wie einer im Museum als Modell aufgebaut ist, finden sich Fingerabdrücke, entstanden beim Einräumen oder bei Reparaturarbeiten. Und jetzt kommt die Kripo Düsseldorf ins Spiel: Sie hat solche Fingerabdrücke individuell definiert und einer (unbekannten) Person zugeordnet. Sollte nun der selbe Fingerabdruck an einem anderen Ofen auftauchen, ließe sich etwas sagen über die Wanderwege der Töpfer&#8230;</p>								</div>
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									<p>Zur auch haptischen Erfahrung standen eigene Nachbildungen von Sinziger Terra Sigillata bereit. Dr. Liesen hatte dabei noch viele Fragen zu beantworten, sein anregender Vortrag hatte neugierig gemacht. Hardy Rehmann, der Vorsitzende des Fördervereins, dankte ihm dafür im Namen aller und unter großem Beifall. Bei einem Glas Wein folgte noch eine lebhafte Aussprache.</p>								</div>
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									<p><strong>Text und Foto:</strong> Matthias Röcke</p><p>© Januar 2024 &#8211; Museum Sinzig</p>								</div>
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